Kurz und knapp: Was ist Cherry Pie?
Cherry Pie ist eine feminisierte Hybridsorte von Royal Queen Seeds aus der Kreuzung von Granddaddy Purple und Durban Poison. Der Effekt startet klar und geistig anregend, wird nach kurzer Zeit spürbar entspannter, begleitet von einem fruchtig süßen Aroma mit Vanille- und Cookie-Noten. Eine Sorte für gesellige Runden und kreative Momente, keine reine Tages- oder reine Abendsorte.
Was ist Cherry Pie?
Manche Sortennamen sind reine Marketingfindung. Cherry Pie nicht. Die Genetik trägt ihren Namen zurecht: süß, fruchtig, mit einer Cookie-artigen Backnote, die tatsächlich an ein Stück Kirschkuchen erinnert. Royal Queen Seeds hat mit dieser Kreuzung zwei völlig unterschiedliche Eltern zusammengebracht und daraus etwas gemacht, das eigenständig funktioniert.
Die Basis ist eine Kreuzung aus Granddaddy Purple und Durban Poison, zwei Sorten, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Granddaddy Purple ist ein kalifornischer Indica-Klassiker mit Trauben- und Beerenaroma, bekannt für seine körperliche Tiefe. Durban Poison ist eine reine südafrikanische Sativa-Landsorte, energetisch und klar im Kopf. Cherry Pie verbindet beides zu einem Verhältnis von 40 % Sativa und 60 % Indica: genug Indica-Anteil für Substanz, genug Sativa-Anteil, damit der Einstieg nicht schwer und müde macht.
Royal Queen Seeds, ein spanischer Hersteller mit Sitz in Barcelona, bietet Cherry Pie als feminisierte, photoperiodische Samen an. Das bedeutet: keine Autoflower-Genetik, die Blüte wird über den Lichtzyklus gesteuert, was mehr Kontrolle über Wachstumsgröße und Erntezeitpunkt erlaubt. Bei HANS Brainfood ist Cherry Pie in genau dieser Version erhältlich.
In der Kategorie der geselligen Sorten nimmt Cherry Pie eine eigene Position ein. Viele Strains, die auf Geselligkeit ausgelegt sind, setzen fast ausschließlich auf einen aktivierenden, sativalastigen Effekt. Cherry Pie geht einen anderen Weg: Der gesellige Charakter entsteht nicht durch reine Energie, sondern durch die Kombination aus wachem Einstieg und entspanntem Ausklang, die Gespräche in Gang bringt, ohne sie hektisch zu machen.
Herkunft und Genetik
Granddaddy Purple entstand Anfang der 2000er Jahre in Kalifornien aus einer Kreuzung von Purple Urkle und Big Bud. Die Sorte gilt als eine der einflussreichsten Purple-Indicas überhaupt und ist bekannt für ihre violette Färbung, das Trauben-Beeren-Aroma und eine spürbar körperliche Wirkung. Sie liefert Cherry Pie den Indica-Anteil, die Süße und einen Teil der beruhigenden Komponente.
Durban Poison stammt direkt aus der südafrikanischen Region um Durban und zählt zu den wenigen verbliebenen reinen Sativa-Landsorten, die im internationalen Zuchtprogramm noch eine Rolle spielen. Die Genetik ist bekannt für ein Terpinolen-lastiges Terpenprofil, einen süßlich-würzigen Geruch und eine klare, energetisierende Wirkung ohne den typischen Sativa-Nebel. Genau diese Klarheit bringt Durban Poison in die Kreuzung ein.
Aus der Kombination entstand eine Sorte, die sich nicht eindeutig in eine Schublade stecken lässt. Cherry Pie ist Indica-dominant, verhält sich im Wirkeinstieg aber sativatypisch. Diese Doppelrolle ist der Grund, warum die Sorte seit Jahren zu den verlässlicheren Namen im Dessert-Strain-Segment gehört, einer Kategorie von Sorten, die vor allem über Aroma und Geschmack verkauft werden.
Royal Queen Seeds hat die Kreuzung über mehrere Zuchtdurchgänge stabilisiert, mit dem Ziel, die aromatischen Stärken beider Elternteile zu erhalten und gleichzeitig eine gleichmäßigere, für den Heimanbau geeignete Wuchsform zu erzeugen. Das Ergebnis ist eine Genetik, die im Vergleich zu den Ausgangssorten weniger phänotypische Streuung zeigt: Wer Cherry Pie Samen kauft, bekommt eine relativ konsistente Pflanze, ohne die großen Unterschiede zwischen einzelnen Exemplaren, die bei älteren, weniger stabilisierten Kreuzungen häufiger vorkommen.
Wirkung und Effektprofil
Cherry Pie hat einen zweiphasigen Effektverlauf, und das ist keine Übertreibung. Der Einstieg kommt schnell, meist innerhalb weniger Minuten, und fühlt sich klar, geistig wach und leicht euphorisch an. Das ist die Durban-Poison-Seite der Genetik, die kurz die Führung übernimmt.
Nach dieser ersten Phase verschiebt sich das Gefühl langsam in Richtung Entspannung. Der Kopf bleibt dabei präsent, es kommt kein schwerer Nebel, aber der Körper wird ruhiger. Nutzer beschreiben diesen zweiten Teil oft als kreatives, gelassenes Stoned-Gefühl, gut geeignet für gesellige Gespräche oder entspannte künstlerische Beschäftigung, ohne dass die Energie komplett verschwindet.
Diese Kombination macht Cherry Pie zu einer flexiblen Sorte für den späten Nachmittag oder frühen Abend: nicht so aktivierend wie eine reine Sativa, nicht so schwer wie eine reine Indica.
Wie stark und wie lange die einzelnen Phasen wahrgenommen werden, hängt von Faktoren wie Menge, individueller Verträglichkeit und Erfahrung ab. Wer Cherry Pie zum ersten Mal probiert, sollte mit einer kleinen Menge starten und abwarten, statt direkt nachzulegen. Das gilt besonders für den Übergang zwischen den beiden Wirkphasen, der bei niedriger Dosierung deutlich sanfter verläuft als bei hoher.
Aroma und Geschmack
Cherry Pie riecht süß, das ist die kürzeste ehrliche Beschreibung. Im Detail zeigt sich ein Profil aus reifen Beeren, Vanille und einer Cookie-artigen Backnote, die dem Namen alle Ehre macht. Beim Ziehen kommt ein vollmundiger, süßer Rauch, im Abgang bleibt eine leicht erdige Tiefe, die das Ganze erdet und verhindert, dass es zu künstlich süß wirkt.
Wer Dessert-Strains wie Cookies-Genetiken oder fruchtige Kush-Kreuzungen kennt, wird sich bei Cherry Pie sofort zurechtfinden. Für alle anderen ist sie ein guter Einstieg in dieses Aromasegment.
Beim Anbau lässt sich diese Aromatik zusätzlich fördern. Eine langsame, mehrwöchige Trocknung bei niedriger Temperatur und eine ausreichend lange Cure-Phase im Glas bringen die feineren Vanille- und Beerennoten stärker hervor, während zu schnelles Trocknen vor allem die groben, erdigen Anteile des Aromas betont und die Süße in den Hintergrund drängt.
Terpenprofil: Myrcen, Caryophyllen, Terpinolen
Das Terpenprofil von Cherry Pie spiegelt beide Elternteile wider: die erdig-beerige Tiefe von Granddaddy Purple trifft auf die würzig-süße Klarheit, die Durban-Poison-Abkömmlinge typischerweise mitbringen.
Cherry Pie anbauen
Aussaat
Cherry Pie Samen werden über die Wasserglasmethode zum Keimen gebracht. Dafür die Samen 12 bis 24 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen, bis die Keimwurzel sichtbar wird oder die Schale aufplatzt. Erst danach in feuchtes, nährstoffarmes Substrat setzen, maximal 1 cm tief. Der beste Aussaatzeitraum für den Outdoor-Anbau liegt zwischen April und Juli.
Die ersten Wochen
In der Vegetationsphase zeigt Cherry Pie ihre Sativa-Seite deutlich: mehr Streckung als bei reinen Indicas, dabei bleibt der Wuchs kompakt genug für kontrollierten Indoor-Anbau. Ein moderates Training in Form von Topping oder Low Stress Training lohnt sich, um die spätere Blüte gleichmäßiger zu verteilen.
Indoor
Indoor bleibt Cherry Pie mit 80 bis 120 cm handhabbar, auch in kleineren Zelten. Die Blütephase dauert 8 bis 9 Wochen. Der Ertrag liegt bei 400 bis 450 g pro Quadratmeter, ein solider Wert für eine Sorte mit diesem Sativa-Anteil. Eine gleichmäßige Beleuchtung mit 18 Stunden Licht in der Vegetationsphase und dem Wechsel auf 12 Stunden zur Bluteinleitung reicht für ein zuverlässiges Ergebnis, zusätzliche Technik ist nicht zwingend nötig.
Bei der Düngung reagiert Cherry Pie gut auf eine moderate Nährstoffzufuhr. In der Vegetationsphase liegt der Fokus auf Stickstoff, während der Blüte verschiebt sich der Bedarf Richtung Phosphor und Kalium. Eine Überdüngung zeigt sich schnell an eingerollten, dunkelgrünen Blattspitzen und sollte durch eine Reduktion der Nährstoffmenge korrigiert werden, statt durch zusätzliches Gießen.
Outdoor
Outdoor profitiert Cherry Pie von einem warmen bis gemäßigten Klima mit ausreichend Sonnenstunden. Die Pflanze erreicht Höhen von 140 bis 180 cm und liefert 450 bis 500 g pro Pflanze. Geerntet wird im Oktober. Ein windgeschützter, sonniger Standort mit gut durchlässigem Boden begünstigt sowohl den Ertrag als auch die Ausbildung der aromatischen Terpene.
Ernte
Der richtige Erntezeitpunkt zeigt sich am Trichombild: überwiegend milchig trüb, mit einem kleinen Anteil bernsteinfarbener Trichome für eine ausgewogenere, weniger kopflastige Wirkung. Nach der Ernte 10 bis 14 Tage bei 60 bis 70 % Luftfeuchtigkeit und 18 bis 22 Grad trocknen, danach mindestens 4 Wochen curen, damit sich das volle Aroma entfaltet.
Cherry Pie und verwandte Sorten
Über die direkten Elternsorten hinaus teilt Cherry Pie genetische oder aromatische Nähe zu einigen bekannten Namen aus dem Dessert-Strain-Segment.
- Granddaddy Purple – Direkte Elternsorte, liefert das Beerenaroma und den Indica-Anteil.
- Durban Poison – Direkte Elternsorte, liefert die klare, kopfbetonte Anfangsphase.
- Girl Scout Cookies – Teilt die Durban-Poison-Linie und ein ähnlich süßes, Cookie-artiges Aromaprofil.
- Wedding Cake – Verwandter Dessert-Strain mit vergleichbar süßer, vanilliger Aromatik.
- Do-Si-Dos – Aus derselben Cookie-Aroma-Familie, etwas Indica-lastiger im Effekt.
Für wen ist Cherry Pie geeignet?
Cherry Pie eignet sich gut für gesellige Runden, in denen ein klarer Kopf gefragt ist, ohne dass die Stimmung zu aufgekratzt wird. Auch für kreative Beschäftigungen am späten Nachmittag oder frühen Abend passt das Effektprofil, da der Einstieg wach macht und der Ausklang nicht abrupt in Müdigkeit kippt.
Wer eine reine Tagessorte mit durchgehend hoher Energie sucht, findet in Cherry Pie nicht das passende Werkzeug, dafür ist der zweite, entspannte Teil der Wirkung zu präsent. Wer umgekehrt eine schwere, rein sedierende Abendsorte erwartet, wird von der klaren Anfangsphase überrascht. Cherry Pie liegt bewusst dazwischen.
Auch für den Eigenanbau ist Cherry Pie eine gute Wahl für alle, die bereits erste Erfahrung mit photoperiodischen Sorten gesammelt haben. Die Pflanze verzeiht kleinere Fehler bei Düngung oder Training, verlangt aber im Gegensatz zu Autoflowern einen kontrollierten Lichtzyklus, was für absolute Einsteiger eine zusätzliche Hürde bedeuten kann.
Häufige Fragen zu Cherry Pie
Cherry Pie bei HANS Brainfood kaufen
Cherry Pie ist bei HANS Brainfood als feminisierte, photoperiodische Sorte von Royal Queen Seeds erhältlich. Wer die süße, zweiphasige Genetik selbst anbauen will, findet hier die passenden Samen inklusive der Eckdaten zu Blütezeit, Ertrag und Wuchshöhe aus diesem Beitrag.


