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hasisch

Haschisch: Herkunft, Wirkung, Risiken und aktuelle Fakten im Überblick

Matthias Coufal

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7 min

Haschisch ist das konzentrierte Harz der Cannabispflanze, das reich an Cannabinoiden wie THC und CBD ist. Es entsteht durch das Abtrennen und Pressen der Harzdrüsen (Trichome) und wird weltweit in verschiedenen Formen konsumiert. Haschisch wirkt stärker als Marihuana, da es eine höhere Konzentration psychoaktiver Verbindungen enthält.

Inhalt

Herkunft & Geschichte von Haschisch

Haschisch zählt zu den ältesten bekannten Cannabisprodukten der Menschheit. Archäologische Funde belegen, dass bereits vor über 2.500 Jahren im Altai-Gebirge harzreiche Cannabispflanzen verbrannt wurden. Seine systematische Herstellung begann jedoch im Nahen Osten, insbesondere im heutigen Marokko, Libanon, Afghanistan und Indien. In diesen Regionen gewann man Harz durch das Reiben oder Schlagen getrockneter Pflanzen, eine Methode, die über Jahrhunderte tradiert wurde.


Im Mittelalter gelangte Haschisch über Handelsrouten in den Mittelmeerraum, später im 18. und 19. Jahrhundert nach Europa. Während der Hippiebewegung der 1960er wurde Haschisch zum Symbol einer neuen Jugendkultur. Moderne Extraktionstechniken wie Ice-Water-Hash oder Rosin haben das Produkt technologisch weiterentwickelt und seine Qualität und Reinheit gesteigert.

Heute erlebt Haschisch durch Legalisierungsbewegungen und medizinische Forschung eine Renaissance. Vor allem als natürliches, schonend gewonnenes Cannabis-Konzentrat.

Herstellung und verschiedene Formen von Haschisch

Die Produktion von Haschisch beruht auf dem Prinzip, die Trichome (winzige Harzdrüsen auf der Blütenoberfläche) von der Pflanze zu trennen und anschließend zu kompakten Formen zu pressen. Die Herstellungsform beeinflusst chemische Zusammensetzung, Potenz, Aroma und Konsistenz erheblich.

Klassische Herstellungsverfahren

  • Dry Sift / Trockenes Sieben:
    Pflanzenteile werden durch feine Siebe geschlagen oder gerieben. Das resultierende Kief wird gesammelt und unter leichtem Druck zu Haschisch gepresst.

  • Handrub (Charas):
    In Indien und Nepal üblich. Die frischen Pflanzen werden sanft gerieben, wodurch Harz direkt an den Händen kleben bleibt und später zu Kugeln gerollt wird.

  • Afghanisches Hasch:
    Trockene Blüten werden geknetet und unter Hitze gepresst, was zur charakteristischen dunklen Färbung und weichen Konsistenz führt.

Moderne Herstellungsformen

  • Ice-Water-Hash (Ice-O-Lator):
    Trichome werden mithilfe von Eiswasser und Rührbewegung mechanisch getrennt. Das Produkt ist sehr rein und reich an Cannabinoiden.

  • Bubble Hash:
    Ähnlich wie Ice-Water-Hash, jedoch mit abgestuften Siebgrößen für unterschiedliche Qualitätsgrade.

  • Rosin Hash:
    Lösungsmittelfreie Extraktion durch Hitze und Druck. Besonders beliebt im medizinischen Bereich.

Die Herstellung von Haschisch basiert grundsätzlich darauf, die harzreichen Trichome von Cannabisblüten zu lösen und anschließend zu verdichten. Dieser Prozess bestimmt nicht nur den Gehalt an Cannabinoiden, sondern beeinflusst auch Aroma, Textur und die Einordnung in verschiedene Haschischsorten. Traditionelle Verfahren nutzen meist rein mechanische Methoden. Beim klassischen Dry Sift werden getrocknete Pflanzenteile durch feine Siebe gerieben, wodurch sich das wertvolle Kief löst. Dieses feine Harzpulver wird anschließend leicht gepresst und ergibt ein natürliches, aromatisches Hasch, das sich gut von gewöhnlichem Gras unterscheidet. Eine noch ursprünglichere Methode ist das sogenannte Handrub oder Charas, das vor allem im Himalaya hergestellt wird: Hier werden frische Cannabisblüten vorsichtig zwischen den Händen gerieben, sodass die Harzdrüsen direkt am Handballen haften und später zu weichen Kugeln geformt werden. In Afghanistan entstand eine weitere traditionelle Form, bei der trockenes Pflanzenmaterial geknetet und unter moderater Hitze gepresst wird, was zum typischen dunklen, öligen Erscheinungsbild dieser Haschischsorten führt.


Moderne Herstellungsprozesse setzen hingegen auf Präzision und Reinheit. Beim Ice-Water-Hash, auch Ice-O-Lator genannt, werden die Trichome mithilfe von Eiswasser und kontrollierter Bewegung von der Pflanze getrennt. Das Resultat ist ein besonders reines Konzentrat mit hohem Cannabinoid-Gehalt. Eine verwandte Technik ist Bubble Hash, bei dem unterschiedliche Siebgrößen eingesetzt werden, um Qualitäten sauber zu trennen. Noch zeitgemäßer ist Rosin Hash, das völlig ohne Lösungsmittel auskommt: Durch gezielten Druck und Hitze wird das Harz direkt aus dem Cannabis gepresst. Diese Methode erfreut sich sowohl im Freizeit- als auch im medizinischen Bereich großer Beliebtheit, da sie ein intensives, unverfälschtes Produkt liefert.

Wirkstoffe & chemische Zusammensetzung

Haschisch enthält eine konzentrierte Mischung bioaktiver Moleküle, insbesondere Cannabinoide, Terpene und Flavonoide. Die wichtigsten chemischen Gruppen sind:

Cannabinoide

  • Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC): Hauptverantwortlich für die psychoaktive Wirkung. In Hasch können Konzentrationen von 20–60 % vorkommen.

  • Cannabidiol (CBD): Nicht-psychoaktiv, wirkt entzündungshemmend und anxiolytisch.

  • CBN, CBG, CBC: Weniger dominante Cannabinoide mit ergänzenden Effekten.

Terpene

Diese Aromastoffe bestimmen Duft und Einfluss auf die Wirkung (Entourage-Effekt). Häufige Terpene in Hasch:

  • Myrcen

  • Caryophyllen

  • Limonen

  • Pinene

Weitere Bestandteile

  • Lipide und Wachse

  • Pflanzenproteine

  • Sekundäre Pflanzenstoffe

Der genaue Gehalt variiert stark je nach Genetik, Verarbeitung, Reifegrad und Lagerung. Hochwertiges Hasch zeichnet sich durch hohe Reinheit, deutlich wahrnehmbare Terpenprofile und homogenes Pressverhalten aus.


Haschisch ist chemisch betrachtet ein hochkonzentriertes Extrakt aus den Harzdrüsen der Cannabispflanze und enthält eine komplexe Mischung bioaktiver Substanzen. Während Cannabisblüten und getrocknete Blütenstände bereits zahlreiche Wirkstoffe tragen, werden diese im Haschisch in deutlich höherer Dichte vorgefunden. 


Die wichtigsten Komponenten sind die Cannabinoide, allen voran Δ9-Tetrahydrocannabinol (THC), das für die psychoaktive Wirkung verantwortlich ist und im Vergleich zu unbehandeltem Cannabis einen deutlich höheren Gehalt erreichen kann. Neben THC spielen auch Cannabidiol (CBD) sowie weitere Cannabinoide wie CBG, CBN und CBC eine ergänzende Rolle, indem sie die Wirkung modulieren oder therapeutische Eigenschaften entfalten.

Einen entscheidenden Beitrag leisten zudem die Terpene, aromatische Moleküle, die den charakteristischen Duft von Haschisch prägen. Stoffe wie Myrcen, Limonen, Caryophyllen oder Pinene beeinflussen nicht nur das Aroma, sondern tragen über den Entourage-Effekt auch zur Wirkungsdynamik bei. Ergänzt wird das chemische Profil durch Lipide, Wachse, Proteine und weitere sekundäre Pflanzenstoffe, die natürlicherweise in den Trichomen der Blütenstände vorkommen.


Da Herstellungsmethode, Genetik und Reifegrad der Cannabisblüten den finalen Wirkstoffgehalt stark beeinflussen, unterscheiden sich Haschischsorten erheblich in Qualität und Wirkung. Hochwertiges Hasch erkennbar an klaren Terpenprofilen, homogener Struktur und hoher Reinheit.

Wirkung: Wie Haschisch auf Körper und Psyche wirkt

Die Effekte von Haschisch beruhen hauptsächlich auf der Interaktion der Wirkstoffe mit dem Endocannabinoid-System (ECS). THC bindet an CB1-Rezeptoren im Gehirn und beeinflusst Neurotransmitter wie Dopamin, GABA und Glutamat.

Typische Wirkungen

  • Entspannung & muskuläre Lockerung

  • Euphorie & Stimmungsaufhellung

  • Intensivierte Wahrnehmung (Geschmack, Musik, Farben)

  • Sedierung oder Anregung – abhängig vom Terpenprofil

  • Analgetische Effekte

Kognitive Effekte

  • veränderte Zeitwahrnehmung

  • gesteigerte Kreativität

  • eingeschränkte Kurzzeitgedächtnisleistung

  • verringerte Konzentrationsfähigkeit

Physiologische Effekte

  • veränderte Zeitwahrnehmung

  • gesteigerte Kreativität

  • eingeschränkte Kurzzeitgedächtnisleistung

  • verringerte Konzentrationsfähigkeit

Die Wirkung setzt beim Rauchen oder Vaporisieren binnen Minuten ein und hält 1–3 Stunden an. Konsumierte Edibles auf Haschbasis zeigen deutlich längere Wirkzeiten.


Die Wirkung von Haschisch lässt sich nur verstehen, wenn man sein Zusammenspiel mit dem körpereigenen Endocannabinoid-System betrachtet. Das konzentrierte Harz der Hanfpflanze enthält hohe Mengen psychoaktiver Cannabinoide, die an Rezeptoren im Gehirn andocken und so vielfältige Effekte auslösen. Konsumenten beschreiben unter anderem tiefe Entspannung, euphorische Stimmung und eine intensivere Wahrnehmung von Musik, Geschmack oder Farbe. Auch kognitive Veränderungen wie veränderte Zeitempfindung oder gesteigerte Kreativität treten häufig auf. Die charakteristischen „Platten“, wie die gedrückten Haschstücke im umgangssprachlichen Namen genannt werden, unterscheiden sich je nach Herkunft in Konsistenz und Aromaprofil, was die Wirkung zusätzlich moduliert. Physiologisch gehören trockener Mund, gesteigerter Appetit und ein erhöhter Puls zu den typischen Reaktionen. 


Das Verständnis dieser Effekte ist wichtig, da die Intensität je nach Sorte, Herstellung und individueller Sensibilität stark variieren kann. Beim Inhalieren setzt die Wirkung innerhalb weniger Minuten ein und hält meist ein bis drei Stunden an.

Risiken & Nebenwirkungen

Obwohl Haschisch als pflanzliches Naturprodukt gilt, birgt es klare Risiken. Besonders bei hoher Dosierung oder regelmäßigem Konsum.

Kurzfristige Nebenwirkungen

  • Angstzustände oder Paranoia

  • Schwindel, Übelkeit

  • Herzklopfen und Kreislaufprobleme

  • Koordinationsstörungen

Langfristige Risiken

  • Beeinträchtigte kognitive Entwicklung bei Jugendlichen

  • Toleranzentwicklung

  • Psychische Belastungen, insbesondere bei Veranlagung zu Psychosen

  • Abhängigkeitspotenzial (ca. 9–15 % laut Studien)

Verbrennungsprodukte

Beim Rauchen entstehen CO, Teerstoffe und Reizgase. Vaporisieren ist gesundheitlich vorteilhafter.

Tabellarischer Überblick

Risiko

Kurzfristig

Langfristig

Psychische Effekte

Angst, Paranoia

Risiko für psychotische Episoden

Körperliche Effekte

Herzrasen, Schwindel

Atemwegsprobleme (Rauchen)

Abhängigkeit

moderates Risiko

Kognition

Konzentrationsverlust

verminderte Lernleistung bei jungen Konsumenten

Rechtliche Lage in Deutschland

Mit der Cannabisreform 2024/2025 hat sich die Rechtslage grundlegend geändert. Cannabis wurde aus dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) entfernt und in ein neues Gesetz überführt, das Besitz, Anbau und gemeinschaftliche Abgabe regelt. Dennoch bestehen klare Grenzen:

Erlaubt

  • Besitz kleiner Mengen für Erwachsene

  • Privater Eigenanbau unter bestimmten Bedingungen

  • Konsum in definierten Bereichen

  • Mitgliedschaft in Anbauvereinigungen

Nicht erlaubt

  • Handel ohne Lizenz

  • Besitz großer Mengen

  • Konsum in öffentlichen Schutzbereichen (z. B. Schulen, Kitas)

Die rechtliche Bewertung von Haschisch und Marihuana ist identisch, da beide unter den Cannabisbegriff fallen. Reinheit oder THC-Gehalt können jedoch für strafrechtliche Einordnung relevant bleiben, etwa bei Überschreitung von Obergrenzen in Clubs.

Haschisch vs. Marihuana: Unterschiede & Gemeinsamkeiten

Aspekt

Haschisch

Marihuana (Blüten)

Herstellung

konzentriertes Harz

getrocknete Blüten

THC-Gehalt

meist höher

variabel, oft niedriger

Konsistenz

weich, ölig, fest

pflanzlich, faserig

Terpenprofil

intensiv, oft erdig

sortenabhängig

Wirkung

stärker, körperbetont

vielseitiger

Kurzfassung: Hasch = Harz, Marihuana = Blüte beide stammen aus derselben Pflanze, unterscheiden sich aber in Konzentration und Verarbeitung.

Typische Verunreinigungen & Qualität

Guter Hasch ist ein Naturprodukt. Minderwertige Ware wurde früher jedoch häufig gestreckt. Heute spielen diese Risiken weniger eine Rolle, aber sie existieren weiterhin, besonders im Schwarzmarkt.

Häufige Verunreinigungen

  • Paraffin oder Öl

  • Sand, Talkum

  • Henna oder Farbstoffe

  • Weichmacher

  • Pflanzenreste minderer Qualität

Qualitätsmerkmale

  • intensiver, natürlicher Duft

  • homogenes, nicht krümeliges Pressbild

  • keine schmierigen oder steinharten Konsistenzen

  • leicht schmelzende Struktur beim Erwärmen („Bubble-Effekt“)

Qualität

Merkmal

Hoch

reine Trichome, klares Aroma

Mittel

etwas Pflanzenmaterial

Niedrig

Streckmittel, unnatürlicher Geruch

Gesellschaftliche Wahrnehmung & Konsumtrends

Der gesellschaftliche Blick auf Haschisch hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Während es früher vor allem im Schwarzmarkt und in alternativen Szenen verbreitet war, wächst heute ein Markt für hochwertige, schonend extrahierte Produkte vergleichbar mit dem Trend zu Craft-Produkten.

Aktuelle Trends

  • steigende Nachfrage nach lösungsmittelfreien Extrakten

  • Interesse an traditionellen Herstellungsmethoden (Charas, Dry Sift)

  • medizinischer Einsatz in Schmerztherapie und Schlafmedizin

  • Rückgang gestreckter Ware durch neue Rechtslage

  • wachsendes Bewusstsein für Terpene & Entourage-Effekt

Die Legalisierung hat außerdem zu einem informierteren und kritischeren Konsumverhalten geführt ähnlich wie bei Wein, Kaffee oder Craftbier.

Fazit

Haschisch ist eines der ältesten und konzentriertesten Cannabisprodukte der Welt. Seine Wirkung ist stärker als die von Marihuana, gleichzeitig bietet es ein reiches Spektrum an Aromen und therapeutischen Potenzialen. Dennoch sollten Risiken wie psychische Belastungen, Abhängigkeitspotenzial und mögliche Verunreinigungen ernst genommen werden. Mit zunehmender Legalisierung steigt die Produktqualität, und ein bewusster, informierter Umgang rückt in den Mittelpunkt.

FAQ

Was ist der Unterschied zwischen Hanf und Hasch?

Hanf bezeichnet die gesamte Cannabis-Pflanze. Hasch ist das aus den Harzdrüsen gewonnene, gepresste Konzentrat.

Ist Haschisch jetzt auch legal?

Ja – im Rahmen der deutschen Cannabisreform gelten dieselben Regeln wie für Blüten: Besitz, Konsum und begrenzter Eigenanbau sind erlaubt. Handel bleibt reguliert.

Ist Hasch eine starke Droge?

Hasch ist potenter als Blüten, aber nicht „stärker“ im Sinne klassischer harter Drogen. Das Risiko hängt vor allem von der Dosierung und der individuellen Psyche ab.

Ist Hasch Harz?

Ja. Hasch besteht praktisch ausschließlich aus Harz bzw. Trichomen der Cannabispflanze.

HANS BRAINFOOD, Gründer, Agrarwissenschaften

Matthias Coufal

M.Sc. Agrarwissenschaften | Experte für Cannabis & Pflanzenbau | Mitgründer HANS Brainfood
Matthias Coufal hat Agrarwissenschaften an der Universität Hohenheim sowie Agrarmarketing und Management in Weihenstephan studiert. Bereits während seines Studiums hat er sich intensiv und wissenschaftlich mit der Pflanze Hanf beschäftigt – mit besonderem Fokus auf nachhaltigen Anbau, Inhaltsstoffe und Nutzungsmöglichkeiten.

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